![]() ![]() |
Über 20 Jahre im Dienst der Information Privater, politisch unabhängiger Presse-Blog zum Thema Osteuropa und Russland _______________________________________________________________________ ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() PUTIN-LEXIKON:
A2a
(Ap, Ar, As)
Aktualisiert im
Juli 2023 u. Dez. 2024 APRAKSIMOV, Vjacheslav Anatolevich (ehem. proruss. Militärkommandant von Slavjansk u. später - Soldat im berüchtigten Bataillon "Vostok" der Kämpfer der sog. "Volksrepublik Doneck" DVR. Von Kritikern des Putin-Regimes wie dem "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste" führt, wird ihm vorgeworfen, während der illegalen "Gerichtsverhandlungen“ am "Tribunal" von Slavjansk, die von selbsternannten Separatisten initiiert wurden, sich als "Richter" an Todesurteilen gegen Bewohner von Slavjansk beteiligt zu haben /s. auch ANOSOV, Viktor/. Apraksimov wird ferner vorgeworfen, Einwohner der Stadt Slavjank gefoltert u. Bewohner des Gebiets Doneck unter Todesandrohung gezwungen zu haben, an die vorderste Front gegen die Einheiten der Streitkräfte der Ukraine zu gehen. Kanada verhängte Sanktionen gegen Apraksimov wegen seiner Beteiligung am bewaffneten Konflikt in der Ostukraine. Er übersiedelte nach Simferopol auf der von Russland 2014 annektierten u. besetzten Krym.) ARAPOV, Evgenij Sergeevich II III IV V VI VII VIII
(1971-, russ.
Volks- u. Betriebswirtschafter
u. ehem. Spitzenpolitiker in
Orenburg. Studium an der Staatsuniversität von Orenburg
mit einem Abschluss in Maschinenbau u. an der Russ.
Akademie für Volkswirtschaft u. Staatsdienst beim
Präsidenten RF mit einem Abschluss in
Betriebswirtschaftslehre. 2004-10 Abgeordneter des
Orenburger Stadtrats, bis 2015 Leiter der Verwaltung von
Orenburg. 2018 wurde er im Zusammenhang mit dem Verdacht
der Annahme von Bestechungsgeldern gemäss Art. 290 Teil 5
StGB RF festgenommen. Wegen
Verstössen gegen Antikorruptionsgesetze wurde er vom
Stadtrat von Orenburg aus dem Amt entlassen. Wegen Annahme von Bestechungsgeldern in
besonders grossem Umfang wurde Arapov im Aug. 2020 für schuldig befunden u. zu 4,5
Jahren Gefängnis in einem Straflager u. einer
Geldstrafe von 15 Mln. Rubel verurteilt. Die Staatsanwaltschaft von Orenburg
reichte eine Zivilklage im Zusammenhang mit der
Tatsache ein, dass Arapov der Annahme von
Bestechungsgeldern in Höhe von 400 Tsd. Rubel für schuldig
befunden wurde, wobei bei der Durchsuchung 390 Tsd. Rubel
beschlagnahmt wurden, so dass er dem Staat noch 10 Tsd.
Rubel zahlen sollte. Im Jan. 2023 wurde seine vorzeitige Haftentlassung angekündigt.) ARASHUKOV, Rauf Raulevich
II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XI (1986-,
russ. Jurist u. Staatspolitiker in Stavropol u. Karatschaj-Tscherkessien,
Tscherkesse nach Nationalität. Der Fall Rauf Arashukovs
ist ein weiteres eindrückliches Bsp. für die krebshafte
Existenz postsowjet. mafiöser Clanstrukturen, für
Gewaltherrschaft, systemimmanente Korruption u.
mutmassliche Verbrechen in Verbindung mit Politik in einer
nordkaukas. Republik des Putinstaats. Daher soll seine
Biographie hier etwas ausführlicher beleuchtet werden. 2002-4 arbeitete Rauf Arashukov in
verschiedenen Positionen bei "Stavropolregiongaz". Im
Alter von 17 Jahren trat er 2004 als stv.
Abteilungsleiter der "Stavropoler Regionalen
Gas-Verkaufsgesellschaft" als selbsternannter Kandidat
bei den Wiederholungswahlen zur 4. Stavropoler Stadtduma
an u. wurde, inzwischen 18-jährig, als Abgeordneter
gewählt. Er war somit der jüngste Abgeordnete in der
gesamten postsowjet. Geschichte der Wahlen im Land
Stavropol. 2007 schloss Arashukov sein Jurastudium an
der Stavropoler Staatsuniversität ab. Im April 2008
wurde Arashukov im Alter von 21 Jahren per Dekret des
Präsidenten der Republik Karatschaj-Tscherkessien
/K-Tsch./, Mustafa Batdyev, zum Minister für
Arbeit u. soziale Entwicklung ernannt, wodurch er
vorzeitig von seinem Abgeordnetenmandat in der
Stavropoler Stadtduma zurücktrat. Nachdem im Aug. 2008 Boris Ebzeev auf Vorschlag des
Präsidenten RF s. Dmitrij Medvedev Präsident der
Republik K-Tsch. wurde, diente Arashukov als Assistent
des neuen Präsidenten der kleinen Republik. Durch ein
Dekret von Präsident Ebzeev vom Okt. 2008 wurde eine
neue Republiksregierung gebildet, in der Arashukov
zugunsten eines anderen Politikers nicht enthalten war.
Statt dessen fungierte er 2008-9 als Oberhaupt
einer regionalen Munizipalität der Republik u. zwar in
derjenigen, wo er geboren wurde. Als im Frühjahr 2010
der Anführer der Jugendorganisation "Adyghe Khase", mit
der Arashukov im Konflikt stand, Aslan Shukov, getötet
wurde, stellte sich der mutmassliche Täter Rasul Adzhiev
6,5 Jahre später u.
nannte Arashukov als Auftraggeber des Mordes. Arashukov
wurde auch in einen anderen Mordfall verwickelt u. als
verdächtiger Hintermann genannt, weil er die Ernennung
Shebzukhovs zum Regierungschef von K-Tsch. angeblich
verhindern wollte. Im Okt. 2010 wurde Rauf Arashukov mit
Unterstützung der kremlnahen Partei "Einiges Russland" in die 4.
Volksversammlung der K-Tsch.-Republik gewählt, trat
jedoch im April 2011 vorzeitig zurück, nachdem er im
März von Indris Kjabishev zum
1. stv. Vorsitzenden der Regierung der K-Tsch.-Republik
ernannt worden war.
Gleichzeitig war er 1. stv. Direktor der
Niederlassung von "Gazprom Mezhregiongaz Pjatigorsk" in
K-Tsch. u. leitete die Republiksverwaltung für Bundesstrassen des Bundesamts
für Strassenwesen. 2014-16 war er wieder Chef
der Verwaltung des Bezirks Khabez. In der Zwischenzeit
startete Arashukov eine
Kampagne gegen die Regierung der Republik mit der möglichen
Absicht, nach den nächsten
Wahlen mit der Unterstützung seines Vaters die
höchste Position in der Republik zu übernehmen. Als im
Sept. 2016 Rashid Temrezov für eine neue
Amtszeit als Oberhaupt der
Republik wiedergewählt wurde, wurde Rauf
Arashukov zu seinem Vertreter im Föderationsrat RF
ernannt. Er ersetzte vorzeitig Krym Kazanokov, der erst im
Feb. 2016 als Mitglied des Föderationsrats RF
bevollmächtigt wurde. Im Rat wurde Arashukov Mitglied des
Ausschusses für Wirtschaftspolitik. Laut RBK war Arashukov
damals im Alter von 31 Jahren der jüngste "Senator"
Russlands. Laut der Erklärung belief sich das Einkommen
Arashukovs für 2016 auf 1´647´444 Rubel u. 2017 auf
4´912´263 Rubel. Im Herbst 2017 wurde in der Presse
berichtet, dass Arashukov eine Aufenthaltserlaubnis in den
Vereinigten Arabischen Emiraten VAE besitze, die
Mitgliedern des Oberhauses des Bundesparlaments untersagt
war. Die vom Föderationsrat RF durchgeführte Überprüfung
konnte diese Information jedoch nicht bestätigen. 2018
wurde auf Ersuchen des Abgeordneten des Stadtrats von
Tscherkessk, Ruslan Kardanov,
in den VAE gegen Arashukov
ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf
Urkundenfälschung eingeleitet –
nach Ansicht der Staatsanwaltschaft der VAE hatte er das
Ablaufdatum seiner Aufenthaltserlaubnis abgeändert. Im
Okt. sollen Arashukov u. seine Wachmänner Kardanov laut
dessen Aussage in Tscherkessk zusammengeschlagen
haben. Im Feb. 2019 erklärte der Staatsanwalt RF bei
der Prüfung einer Beschwerde gegen die Festnahme
Arashukovs vor dem Moskauer Stadtgericht, dass dieser in
der Tat in den VAE wohnhaft gewesen sei. Mitte 2018
tauchten auch Informationen über einen ernsthaften
Interessenskonflikt zwischen dem Arashukov-Clan u. den
Chefs von Tschetschenien, s. Ramzan Kadyrov, u. Dagestan,
s. Vladimir Vasilev, auf, sowohl in Bezug auf die Schulden
der Republiken für Gaslieferungen als auch auf
Personalbesetzungen im Bereich der Regionalverwaltung.
Laut RBK-Quellen begann die Familie Arashukov auch einen
Streit mit dem ehem. Innenminister der K-Tsch.-Republik,
Kazimir Botashev, wegen einer Beschlagnahmung von
Immobilien u. Geschäften. Im Sept. 2018 brachte der
Vorsitzende des Ermittlungskomitees RF, s. Aleksandr
Bastrykin, Fälle von Auftragsmorden an Politikern der
K-Tsch.-Republik nach Moskau. Die Übergabe dieser
bedeutenden Fälle an die Bundesbehörden sei für eine
möglichst vollständige u. objektive Untersuchung
notwendig, sagte Svetana Petrenko, offizielle Vertreterin
des Ermittlungskomitees, damals.
ARBUZOV,
Sergej Gennadievich bzw. Serhij Hennadijovych II III IV V VI VII VIII IX X
XI XII XIII XIV XV XVIa XVIb XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII (1976-, ukrain. Ökonom, Finanzier,
Banker, ehem. Politiker, ehem. Chef der Zentralbank der
Ukraine. Studium an der Staatsuniversität Doneck mit einem
Abschluss in Finanzen u. Kreditwesen. Kandidat der
Wirtschaftswissenschaften, das Thema seiner Dissertation
lautete: "Der Finanzmechanismus für die Entwicklung des
Hypothekenmarkts“. Ab 1995 arbeitete er in der Donecker
Filiale der "PrivatBank" u. wurde Filialleiter in
der Stadt Konstantinovka. 2003-10 Vorstandsvorsitzender
der Bank "Donechchina", die später in "Ukrbusinessbank"
umbenannt wurde. Bei den Kommunalwahlen 2006 kandidierte
er erfolglos auf der Liste der Partei "Unsere Ukraine“ im Gebietsrat von
Doneck. Im Juni 2010 wurde er zum Vorsitzenden des
Aufsichtsrats der "Ukreximbank" berufen. 2010 wurde er
zum 1. stv. Leiter u. 2 Monate später mit den Stimmen von
282 Volksabgeordneten der ukrain. Rada zum Chef der Nationalbank der Ukraine ernannt.
Er gаlt als enger Vertrauter des ukrain. Präsidenten s.
Viktor Janukovych, der ihn für diesen Posten vorschlug, u.
als Freund dessen Sohnes Oleksandr. Er war damals somit
jüngster Zentralbankchef in Europa. Bis zu einem gewissen
Grad verbesserte u. stabilisierte die Nationalbank unter
Arbuzovs Führung die Situation der Geschäftsbanken. Die
Publikation Focus stellte im Mai 2012 fest, dass
Arbuzov das höchste Gehalt unter den ukrain. Beamten
erhielt, nämlich 140 Tsd. UAH, d.h. umgerechnet zum damaligen Kurs etwa 14
Tsd. Euro pro Monat. Im Dez. 2012 wurde Arbuzov von
Präsident Janukovych per Dekret zum 1. stv. Regierungschef
der Ukraine im neuen Kabinett von s. Mykola Azarov
ernannt, in der er die Bereiche Agrarpolitik u. Ernährung,
wirtschaftl. Entwicklung, Handel, Sozialpolitik, Finanzen,
Einkommen u. Gebühren betreute. Im März 2013 wurde
Arbuzov auf Anordnung Janukovychs zum Vertreter der
Ukraine im Wirtschaftsrat der GUS ernannt. Nach dem Rücktritt
Azarovs vom Amt des PM wurde Arbuzov als 1. Vizepremier
kommissar. Regierungschef u. war bis März auch
Vorsitzender des Rats der Regierungschefs der GUS. Nach
der Absetzung Janukovychs als Präsident der Ukraine durch
das ukrain. Parlament im Zuge der Euromajdan-Unruhen im Febr. 2014,
die von Russland bis heute als Staatsstreich bezeichnet wird,
verliess Arbuzov das Land im März u. wurde aus der "Partei der Regionen" ausgeschlossen.
Im April wurde er auf die Sanktionsliste der EU, im Mai
auf die gesamtukrain. Fahndungsliste u. im Jan. 2015 von
der Ukraine auf die Fahndungsliste von "Interpol" gesetzt.
In den USA
wurde er in die Liste der SDNBP eingetragen.
Im Dez. 2015 weigerte sich "Interpol" jedoch gegenüber
der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine, Arbuzov auf
die internationale Fahndungsliste zu setzen. Laut dem
Leiter der Sonderermittlungsabteilung der GPU, Sergej
Gorbatjuk, sei "Interpol" der Ansicht, dass die
Verfolgung des ehem. Beamten nicht krimineller, sondern
polit. Natur sei. Im Frühsommer wurde bekannt, dass
Arbuzov sich in Moskau aufhalte, wo er als Gastexperte
an Talkshows russ. TV-Sender teilnahm, in denen er die
Politik der neuen ukrain. Behörden kritisierte.
ARZHANOV, Dmitrij
Aleksandrovich II (1972-, russ. Unternehmer im
Energievertriebssektor u. im agroindustriellen Komplex,
Investor in der Ölraffinerie u. -entwicklung in Vietnam,
USD-Milliardär. Studium der Radiophysik an der
Staatsuniversität Nizhnij Novgorod /ohne Abschluss/,
interessierte sich für unternehmerische u.
gesellschaftspolit. Aktivitäten. 1993 wurde Arzhanov im
Alter von 21 Jahren Assistent des Gouverneurs des
Gebiets Nizhnij Novgorod s. Boris Nemcov u. stv.
Vorstandsvorsitzender der "Volga-Vjatka Prominbank". Ein
Jahr später wurde Arzhanov als jüngster Abgeordneter in
die Gebietsduma gewählt. Nach Ende seiner Amtszeit als
Abgeordneter 1998 führte er mehrere Jahre lang
Wahlkämpfe in verschiedenen Regionen Russlands. Dann zog
er jedoch das Unternehmertum der polit Aktivität vor.
2004-6 war er Exekutivdirektor von
"Nizhnovatomenergosbyt", dann wurde er 1. stv.
Generaldirektor der "Interregionalen
Energie-Einzelhandelsgesellschaft". 2006 begann das mit
seiner Beteiligung gegründete Unternehmen der
"AF-Gruppe" Land in den südlichen Regionen Russlands zu
kaufen. Als Ergebnis dieser Aktivitäten wurde die "AFG
National Group of Companies" gegründet, die in Russland
zum absoluten Marktführer in den Bereichen Anbau u.
Verarbeitung von Reis wurde. Im Okt. 2009 wurde er stv.
Generaldirektor für Entwicklung des Unternehmens
"Transneftservice S". Im selben Jahr kaufte er 50% der
Anteile dieser Firma von einigen der ehem. Eigentümer.
Im Feb. 2010 wurde er Generaldirektor von
"Transneftservice S" u. 2011 kaufte er die restlichen
50% Anteile auf u. wurde alleiniger Eigentümer des
Unternehmens, das sich zu einer mächtigen
Holdinggesellschaft entwickelte, die in 8 Regionen des
Landes Energie an die Bevölkerung u.a. Verbraucher
lieferte. Ende 2011 betrug der konsolidierte Umsatz des
Unternehmens über 170 Mrd. Rubel. Gleichzeitig leitete
Arzhanov den Vorstand des vietnames. Unternehmens "Vung
Ro Petroleum Company Ltd." 2012 wurde "Transneftservice
S" in "TNS Energo" umstrukturiert. Nach einer erneuten
Umbenennung 2014 verliess Arzhanov 2017 das Amt des
Generaldirektors von "TNS Energo". ARISTOV, Dmitrij Vasilevich II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII (1972-, russ. Finanz- u. Wirtschaftsfachmann, Militärfigur, hochrangiger russ. Justizbeamter. Absolvent der Höheren Militärfinanzschule namens A.V. Khruljov in Jaroslavl, der Militär. Finanz- u. Wirtschaftsuniversität u. des Moskauer Staatsinstituts für Internationale Beziehungen des Inneministeriums RF MGIMO. 1989-2008 diente er in den Streitkräften der UdSSR bzw. RF u. zog sich im Rang eines Oberst in die Reserve zurück. Ehem. Leiter der Verwaltungsabteilung der Hauptverwaltung der Generalstaatsanwaltschaft RF, ehem. stv. Direktor der Abteilung für die Registrierung behördenbezogener normativer Rechtsakte u. 2010-12 Direktor des Departements für normativ-rechtliche Regulierung, Analyse u. Kontrolle im Bereich der Vollstreckung von Strafen u. Gerichtsakten des Justizministeriums RF. 2012-17 stv. Justizminister. 2017 per Dekret des Präsidenten RFzum Direktor des Föderalen Gerichtsvollziehungsdienstes FSSP RF, also zum Obergerichtsvollzieher RF ernannt. Aktiver Staatsrat RF der 1. Klasse. Von Kritikern des Putin-Regimes wie dem "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste" führt, wird Dmitrij Aristov eine "Mitverantwortung bei der Einschränkung der Rechte u. Freiheiten der Bürger" vorgeworfen. Als stv. Justizminister legte Aristov im Dez. 2016 der Staatsduma RF einen Gesetzentwurf zur Beschränkung der Übertragung von Gerichtsverhandlungen in den Medien u. im Internet vor, der ein Jahr später in Kraft trat. Die Strafprozessordnung wurde dahingehend geändert, wonach die Übertragung einer öffentl. Gerichtsverhandlung im Internet nur mit Genehmigung des Gerichts möglich ist. Den Richtern wurde zudem die Möglichkeit gegeben, Sendungen zeitlich zu begrenzen u. den Ort im Gericht anzugeben, von dem aus sie durchgeführt werden sollen. Damir Gainutdinov, Anwalt der internationalen Menschenrechtsgruppe "Agora", sagte, diese Initiative sei „das repressivste Gesetz im Bereich des Strafverfahrens, das in letzter Zeit verabschiedet wurde“. Sein zweiter Streich betrifft die Beschränkung der Freiheits- u. Ausreiserechte russ. Bürger, was ihn unweigerlich zum Schreckgespenst für alle ausreisewilligen russ. Bürger mit Geldschulden machte. Nach dem Amtsantritt Aristovs als Direktor des FSSP RF stieg die Zahl der Personen, deren Reisen ins Ausland beschränkt wurden, in Russland stark an. So konnten ca. 3 Mln. Russen u. Russinnen etwa für die Neujahrsferien 2018-19 Russland wegen ihrer Schulden nicht verlassen, wie auf der Website des FSSP berichtet wurde; das waren 36,7% mehr als im Vorjahr. Nach den Gesetzen der RF kann die Ausreise eines russ. Bürgers untersagt werden, wenn ein solcher eine Schuld für Wohnungs- u. Kommunaldienstleistungen von über 30 Tsd. Rubel u. für den Unterhalt von über 10 Tsd. Rubel aufweist. Wie Aristov im Okt. 2018 berichtete, stieg die Zahl der Schuldner, deren Reisen ins Ausland beschränkt sind, im Laufe des Jahres um 62% u. belief sich auf ca. 6 Mln. Personen – ein Rekordwert seit Öffnung der Grenzen. Derjenige Fall eines Ausreiseverbots, der im Zusammenhang mit Schulden am meisten Aufsehen erregte, ereignete sich im Nov. 2018. Damals plante Oppositionsführer s. Aleksej Navalnyj, in Strassburg der Bekanntgabe des EGMR-Urteils über dessen seiner Ansicht nach rechtswidrige Inhaftierung beizuwohnen. Am Moskauer Flughafen liess ihn der Zoll aber nicht an Bord gehen. Der Grund war die unbezahlte Geldstrafe im "Fall Kirovles" in Höhe von über 2 Mln. Rubel. Noch am selben Tag zahlte Navalnyj den gesamten Betrag u. konnte schliesslich aus dem Land fliegen. Unter Berücksichtigung der Bedingungen in der fragwürdigen Putin-Justiz im heutigen Unrechtsstaat Russland drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, dass ein solches Gesetz zur Einschränkung der Reisefreiheit von Bürgern der RF v.a. im Fall von Oppositionellen politisch missbraucht werden kann.) ARSAMAKOV, Abubakar Alasovich
II III IV V VI VII VIII (1956-2020, gew. sowjet. bzw.
russ. Ingenieur, Ökonom, Bankier u. Financier. Geboren
in Kasachstan in einer tschetschen. Famille, die während
der Zeit der stalinist. Repressionen aus dem Kaukasus
deportiert wurde. Absolvent des Moskauer
Ingenieur- u. Bauinstituts "V.V. Kujbyshev". In der
Sowjetzeit arbeitete er in der Moskvoreckij-Filiale des
Moskauer Stadtbüros der "Strojbank der UdSSR". 1987 wurde er
zum leitenden Ingenieur der Abteilung für Ingenieurswesen u.
Baukontrolle des agroindustriellen Komplexes des Russ.
Republikan. Büros der "Staatsbank der UdSSR" ernannt. Danach
arbeitete er bei der "Agroprombank der UdSSR" als stv.
Leiter der Kontroll- u. Revisionsabteilung. In den 1990er
Jahren war er Geschäftsführer der Eisenbahnabteilung der
"Promstrojbank der UdSSR" in Moskau u. Leiter der
Eisenbahnfiliale der "Moskauer Industriebank". 1993 schloss
er sein Studium an der Finanzakademie der Regierung RF mit
einem Abschluss als Ökonom für internationale
Wirtschaftsbeziehungen ab. 1994-97
war er Vorstandsvorsitzender der Handelsbank "Style-Bank“.
2002 verteidigte er seine Doktorarbeit zum Thema
"Optimierung des Managements des Finanz- u. Bankensystems
für die nachhaltige Entwicklung der regionalen
Wirtschaft.“ Die von ihm vorgeschlagenen Modelle u.
Methoden zur Beschreibung u. Berechnung der wirtschaftl.
Stabilität u. Effizienz von Geschäftsbanken unter
Berücksichtigung von Risiken wurden in der praktischen
Tätigkeit der MInBank umgesetzt. Autor zahlreicher
wissenschaftl. Arbeiten u. Veröffentlichungen in den
Medien zu Finanz- u. Wirtschaftsthemen. ARSANOV, Vakha Khamidovich II III (1958-2005, gew. Politiker der "Tschetschen. Republik Itschkerija", Vizepräsident der Regierung s. Aslan Maskhadovs. Nach dem Schulabschluss arbeitete Arsanov einige Zeit als Kraftfahrer, später in der örtlichen Abteilung der Verkehrspolizei der ASSR der Tschetschenen-Inguschen, wo er bis zum Polizeihauptmann aufstieg. Mit der Wahl von Dzhokhar Dudaev zum Präsidenten der "Tschetschen. Republik Itschkerija" wurde Arsanov zum Abgeordneten des Parlaments der Republik gewählt u. trat der Kommission zur Kontrolle des Handels mit Erdölprodukten bei. Nach Ausbruch der Feindseligkeiten auf dem Territorium der Republik Tschetschenien beteiligte er sich am Widerstand während des 1. Tschtschenienkriegs gegen die russ. Streitkräfte u. wurde zum Kommandeur der bewaffneten Einheiten der Nordwestfront der Streitkräfte von "Itschkerija" ernannt. Er beteiligte sich aktiv an grossen Militäreinsätzen u. am Angriff auf Groznyj im März u. Aug. 1996. Nach dem Abschluss der Abkommen von Khasavjurt im Sommer 1996 wurde er zum Kommandanten eines Bezirks von Groznyj ernannt. Anfang Dez. 1996 wurde er von der "Nationalen Unabhängigkeitspartei" als Präsidentschaftskandidat Tschetscheniens nominiert, gleichzeitig schloss er eine Vereinbarung mit s. Aslan Maskhadov u. wurde zusammen mit ihm Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten der selbsternannten "Republik Itschkerija". Da Arsanov kein Interesse an neuen Feindseligkeiten zeigte, verliess der Vizepräsident einigen Berichten zufolge bei Ausbruch des 2. Tschetschenienkriegs sein Land u. reiste in das benachbarte Georgien aus, wo er sich aus Krankheitsgründen behandeln lassen wollte. Trotz Unstimmigkeit mit dem Präsidenten von "Itschkerija" A. Maskhadov beteiligten sich Arsanovs Militäreinheiten mit Beginn der russ. "Antiterroroperation" im Herbst 1999 im Rahmen des Widerstands an den Kriegshandlungen gegen die Bundestruppen. Ende 2001 entliess Maskhadov seinen Stv. per Sonderdekret erneut, entzog ihm den Rang eines Divisionsgenerals u. liess ihm seine Auszeichnungen wegen der unerlaubten Ausreise aus Tschetschenien aberkennen. Arsanov sagte, er werde sein Amt nicht niederlegen, es sei denn, auch Präsident Maskhadov trete zurück. Anfang 2002 distanzierte sich Maskhadov von einigen seiner Mitarbeitern u. bezeichnete Arsanov zusammen mit s. Selimkhan Jandarbiev, s. Movladi Udugov u. s. Shamil Basaev als „die Schuldigen der Tragödie, die Itschkerija in den letzten Jahren erlebt hat“. Der "Emir" des "Kaukasus-Emirats" s. Doku Umarov erinnerte daran, dass Arsanov sich 2002 zusammen mit s. Khamzat Gelaev u. s. Abdul-Malik Mezhidov weigerte, den Bayat /Eid/ auf Aslan Maskhadov zu leisten. Während der aktiven Kriegsphase in Tschetschenien schlug Arsanov mehrmals seine Kandidatur als Vermittler zwischen Vertretern gemässigter Separatisten u. Moskau vor, doch verzichteten russ. Beamte darauf, ihn zu kontaktieren. Darüber hinaus erklärte Arsanov wiederholt, dass er ein legitimes Recht habe, eine friedliche Lösung in Tschetschenien auszuhandeln, u. dass er Maskhadov ersetzen könne, wenn russ. Vertreter sich weigern, mit ihm in dieser Frage zusammenzuarbeiten. Nachdem der neue Kreml-seitige Machthaber Tschetscheniens s. Akhmat Kadyrov eine Amnestie für "Itschkerija"-Kämpfer angeboten hatte, soll Arsanov Beamten der Verwaltung des tschetschen. Präsidenten mitgeteilt haben, dass er selbst unter der Garantie der persönl. Sicherheit seine Waffen nicht niederlegen werde u. nicht beabsichtige, als bevollmächtigter Vermittler an Verhandlungen zwischen Kadyrov-Leuten u. Widerstandsführern teilzunehmen. Vakha Arsanov wurde Korruption u. Beteiligung an kriminellen Aktivitäten vorgeworfen, einschliessl. Entführungen von Ausländern, u. Verbindungen zur tschetschen. Mafia in Moskau. 2003 wurde er von der tschetschen. OMON festgenommen. Der offiziellen Version zufolge wurde Vakha Arsanov am 15. Mai 2005 bei einer Sonderoperation der "Antiterrorkräfte" in einem Vorort des Bezirks Staropromyslovskij von Groznyj getötet. Bei der Identifizierung der Leichen stellte sich heraus, dass einer der Toten, der ursprünglich als Vakha Arsanov identifiziert wurde, einen Pass auf den Namen Abdulla Khamidov besass, der zuvor von einer Bezirkspolizeibehörde in Groznyj ausgestellt worden war. Selim Bashaev, amtierender Vorsitzender des "Itschkerija"-Parlaments, sagte, er habe keine authentischen Beweise für den Tod Arsanovs, u. fügte hinzu, dass es, wenn die Berichte stimmen, sinnvoll sei, von einem „gut organisierten Verbrechen“ zu sprechen, da die „Machtstrukturen darauf abzielten, alle Personen zu eliminieren, die die legitime Führung von Itschkerija repräsentieren“, damit das für die russ. Behörden unbequeme Thema der Verhandlungen mit "Itschkerija"-Vertretern bei Treffen mit europäischen Politikern nicht mehr zur Sprache komme. s. Akhmed Zakaev, Sondergesandter des Präsidenten von "Itschkerija", gab eine Erklärung ab, die die Tatsache von Arsanovs Tod weder bestätigte noch widerlegte. Gleichzeitig schloss er auch „die tragischste Version des Geschehens“ nicht aus. Ihm zufolge wurde Arsanov Mitte Jan. 2005 von Kämpfern der republikan. Bereitschaftspolizei OMON im Dorf Chernorechje am westlichen Stadtrand von Groznyj festgenommen u. bis vor kurzem im Dorf Tsentaroj, dem Sitz der Kadyrovs, festgehalten worden. Der Ministerpräsident der tschetschen. Regierung, s. Ramzan Kadyrow, soll versucht haben, ihn zur Zusammenarbeit zu bewegen. Zakaev vermutete, dass der Grund für den möglichen Tod des hochrangigen Vertreters von "Itschkerija" im Mai 2005 die Verweigerung seiner Zusammenarbeit mit der Kadyrov-Regierung war.) ARTAMONOV, Aleksandr Germanovich II III (1968-, russ. Sozialwissenschaftler. Absolvent der Philolog. Fakultät der MSU, Doktor der Sozialwissenschaften der Katholischen Universität Paris, Frankreich. Absolvent der Höheren Diplomat. Akademie Frankreichs. Ehem. Vizepräsident der "Irkut Corporation", ehem. stv. Generaldirektor von "Sukhoj Civil Aircraft", ehem. Berater des Verkehrsministers RF u. stv. Vorsitzender des russ. Zivilluftfahrtrats. Militärexperte des "1. Kanals" u. des TV-Senders "Zvezda", Moderator des Videoprogramms "Neuer Tag", Autor des biografischen Romans "Russ. Regionalflugzeug". Militärbeobachter für "Pravda.Ru". Seit 2022 Chefexperte der "Eurasia Heritage Foundation". Dabei spezialisierte er sich auf die französ. Welt, die Armeen der NATO-Staaten u. die Kaukasusregion.)
ARTAMONOV, Anatolij Dmitrievich
II
III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII
XXIX XXX XXXI XXXII (1952-, sowjet.
bzw. russ. Agraringenieur
u. Ökonom, Staatspolitiker,
ehem. langjähriger Gouverneur des Gebiets Kaluga von der kremlnahen
Partei "Einiges Russland".
Absolvent des Moskauer "V.P. Gorjachkin"-Instituts für
Agraringenieure. An der
Staatsuniversität für Wirtschaft u. Finanzen St.
Petersburg verteidigte er seine Dissertation zum
Thema "Bildung eines Systems von Kriterien für die
Effektivität der staatl. u. kommunalen Regierung" zur
Erlangung des akadem. Grads
eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften. Seit
Nov. 1996 war er Vizegouverneur des Gebiets Kaluga. Er
beaufsichtigte Finanzen, Sozialbereich, Privatisierung,
Investitionen, Landwirtschaft, Vergasungsprogramm für
Siedlungen. Im Nov. 2000 wurde er mit 56,72% der
Wählerstimmen zum Gouverneur des Gebiets Kaluga gewählt.
Im März 2004 wurde er für eine 2. Amtszeit zum Gouverneur
des Gebiets Kaluga gewählt. Während der Pressekonferenz
erklärte er öffentlich sein Bekenntnis zum Kurs von
Präsident V. Putin. 2005 u. 2010 wurde er erneut zum
Gouverneur von Kaluga ernannt. 2015 trat er vorzeitig
zurück, kandidierte erneut u. gewann die Wahl mit 71,43%
der Wählerstimmen. 2006 u. 2015 war er Mitglied des
Präsidiums des Staatsrats RF. 2018 wurde er in den
Obersten Rat der Kremlpartei
"Einiges Russland" aufgenommen. Im Feb. 2020
akzeptierte der Präsident RF Putin Artamonovs Rücktritt auf dessen eigenen Wunsch
u. entliess ihn vorzeitig vom Posten des Gouverneurs des
Gebiets Kaluga.
Artamonov wurde dafür bekannt, dass er das Gebiet Kaluga
für ausländ. Investoren öffnete, was zur Schaffung eines
wirtschaftsfreundlichen Umfelds u. zur Gründung eines
Automobilclusters in der Region führte. Gleichzeitig
gelang es ihm auch, die lokale Wirtschaft von der
Militärindustrie der Sowjetzeit weg auszurichten u.
Projekte wie den Wiederaufbau des Flughafens Kaluga zu
fördern. Im Feb. 2020 wurde er zum Vertreter des Gebiets
Kaluga im Föderationsrat RF ernannt, in dem er zum
Vorsitzenden des Haushaltsbudgets- u.
Finanzmarktausschusses ernannt wurde. Im Sept. 2020 wurde
er erneut als Vertreter des Gebiets Kaluga in den
Föderationsrat RF berufen.
ARTAMONOV, Igor
Georgevich
II III
IV V VI
VII VIII IX X XI XII XIIIa XIIIb XIIIc XIIId XIV XV XVI XVIIa XVIIb
XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIIIa XXVIIIb XXVIIIc XXVIIId XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI 2020-: II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII LIX LX LXI LXII LXIII LXIV LXV LXVI
(1967-, sowjet. bzw. russ. Ökonom, Bankier u.
Staatspolitiker, seit 2018 Leiter der Verwaltung/Gouverneur
des Gebiets Lipeck von der kremlnahen Partei
"Einiges Russland". Absolvent der
Russ. Plekhanov-Wirtschaftsuniversität,
der
Wirtschaftshochschule Moskau u.
der RANEPA. Ab
1992 leitete er die Abteilung für Kreditvergabe u.
Wirtschaftsarbeit der Budjonnovskij-Filiale der Sparkasse/"Sberbank
Russlands", ab 1994 stv. Leiter u. ab 1996 Manager der
Filiale. Ab 2000 war er Direktor der Abteilung für die
Organisation der Arbeit mit Kunden der "Stavropol Bank" der
"Sberbank Russlands", dann der "Nordkaukasus-Bank" der
"Sberbank", 2004 stv. Vorstandsvorsitzender. 2007-11 leitete
er die "Westsibirische Bank" der "Sberbank Russlands. Ab
Juni 2011 stv. Vorstandsvorsitzender der "Sberbank
Russlands". Im Juni 2013 wurde er zum Vizepräsidenten der
"Sberbank Russlands" u. Vorsitzenden der "Zentralruss. Bank"
ernannt. Anfang Okt. 2018 wurde er zum amtierenden
Gouverneur des Gebiets Lipeck ernannt, im Sept. 2019 wurde
er mit einem Ergebnis von 67,29% zum Leiter der Verwaltung
bzw. zum Gouverneur des Gebiets Lipeck
gewählt. Seine Amtszeit endet 2024. Während der
COVID-19-Pandemie kam es zu mehreren Skandalen im
Zusammenhang mit dem Namen Igor Artamonov. Anfang Mai 2020
diskutierte Artamonov bei einem Arbeitstreffen mit der
Bürgermeisterin der Stadt Lipeck, Evgenija Uvarkina, die Möglichkeit,
gewisse Orte sanitärisch entsprechend zu behandeln, an denen
sich gewöhnlich Menschenmengen ansammeln. Uvarkina schlug
vor, ein Desinfektionsmittel als Massnahme zu verwenden, um
Menschen abzuschrecken u. sie zur Einhaltung der
Selbstisolationsregeln zu zwingen. Artamonov stimmte dieser
Idee zu u. machte eine inkorrekte Aussage, die in eine
Audioaufnahme gelangte u. Anlass für eine interne
Überprüfung wurde. Im Internet wurde eine Audioaufnahme
veröffentlicht, in der Artamonov mit seinen Untergebenen die
mögliche Fälschung von Angaben über zunehmende Fälle von
COVID-19-Erkrankungen im Gebiet Lipeck besprach. Die
Tonaufnahme wurde vom Abgeordneten des Gebietsrats von
Lipeck, Oleg Khomutinnikov, veröffentlicht. Aus dem Kontext
des Gesprächs konnte geschlossen werden, dass es sich um
Erkrankungen handelt, aber die Verwaltung u. Artamonov
selbst sagten, dass man die Anzahl der Infektionstests
besprochen habe. Im Dez. 2019 hielt Artamonov eine Rede im Staatsrat RF. Artamonovs
deklariertes Jahreseinkommen für 2017 betrug über 131 Mln.
Rubel, für 2018 über 195 Mln. Rubel. ARTEMEV, Igor Jurevich II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV (1961-, sowjet. bzw. russ. Biologe u. Jurist, Oppositionspolitiker u. hochrangiger Regierungsbeamter. Absolvent der Biolog. Fakultät der Staatsuniversität Leningrad u. der Jurist. Fakultät der Staatsniversität St. Petersburg, Kandidat der Biowissenschaften. In den 1990er Jahren war er in der SPBer Politik als Mitglied der Partei "Jabloko" aktiv. 1996 war er Konkurrent des Bürgermeisters von SPB s. Anatolij Sobchak bei den Wahlen dieses Jahrs u. wurde zum 1. Vizegouverneur ernannt. Im Dez. 1999 wurde er Abgeordneter der 3. Staatsduma RF u. stv. Vorsitzender der "Jabloko"-Parteifraktion sowie stv. Vorsitzender des Ausschusses für Kreditorganisationen u. Finanzmärkte. Leiter der Stiftung für Wirtschafts- u. Politikforschung "EPICentre - St. Petersburg“. 2000 kandidierte er für das Amt des Gouverneurs von SPB u. belegte den 2. Platz mit 14,68% der Wählerstimmen. 2004-20 war er Leiter des Föderalen Antimonopoldienstes FAS, seinerzeit noch per Dekret der Regierung s. Mikhail Fradkov in diese Position berufen. Seine Leistung im FAS wurde sowohl positiv als auch negativ bewertet. Im Nov. 2020 wurde Artemev von seinem Posten als Leiter des FAS abberufen u. zum Assistenten von MP s. Mikhail Mishustin ernannt /bis Nov. 2023/. Neuer Chef des FAS wurde der frühere Vizegouverneur von SPB Maksim Shaskolskij. 2017 wurde Artemev Vorsitzender des Obersten Rats des Russ. Rugby-Verbands. Autor von 43 wissenschaftl. Artikeln u. Erfindungen, 6 Monographien zu Budget u. Ökonomie.)
ARTEMOV, Sergej Aleksandrovich
(russ. Richter des Bezirksgerichts Presnenskij der Stadt
Moskau. Von Kritikern des
Putin-Regimes wie dem "Forum Freies Russland",
das die sog. "Putin-Liste" führt, wird ihm "Umsetzung
der polit. Repression unter Verwendung seiner
offiziellen Position"
vorgeworfen. Als er Ende 2018 das Amt
des Richters am Presnenskij-Gericht übernahm, hatte er
sich bereits an
polit. motivierten Fällen u. an der Verhängung
zweifelhafter u. ungerechter Urteile beteiligt. Weniger
als 1 Monat nach seiner Ernennung liess er den
14-jährigen Schüler Kirill Kuzminkin wegen des Verdachts
verhaften, eine Bombe
gebaut zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft
wollte er am 4. Nov. am
"Tag der Nationalen Einheit" während des
"Russ. Marsches“ in Ljublino nach einer Explosion in der
FSB-Abteilung Archangelsk, die von einem
„anarchist.
Studenten" inszeniert
worden sein soll, einen
„Terroranschlag"
verüben. 6 Monate später milderte das Ermittlungskomitee
RF die Anklage gegen den Teenager ab u. beschränkte sich
auf die Anklage des Besitzes u. der Herstellung von
Sprengstoff. Im Mai 2019 liess Artemov einen behinderten
Studenten, Daniil Bondar, wegen des Verdachts der
Errichtung einer extremist. Organisation
verhaften. Richter Artemov beteiligte sich auch
am sog. "Moskauer Fall" von 2019, der
strafrechtl. Verfolgung von polit. Oppositionellen, die
gegen die Weigerung der Wahlkommission protestierten,
unabhängige Kandidaten für die Wahlen zur Moskauer
Stadtduma zuzulassen. Der friedliche Protest vom 27.
Juni 2019 endete mit einem gewaltsamen Vorgehen der
Polizei u. der Nationalgarde RF sowie mit rd.
1500 Festnahmen. Am 2. Aug. 2019 liess Artemov den
Aktivisten u. Bibliothekar Ivan Podkopaev festnehmen,
weil er angeblich Pfefferspray auf die Gardisten
gesprüht hatte. Am 5. Aug. verfügte Richter Artemov die
Verhaftung eines Freiwilligen im Hauptquartier des
Kandidaten Ivan Zhdanov im Fall der
„Organisation
von Massenunruhen". Infolgedessen erhielt Podkopaev 3
Jahre Gefängnis, die später auf 2 Jahre reduziert
wurden.) ARTJAKOV,
Vladimir Vladimirovich
II
III IV
V VI VII VIII IX X XI (1959-, sowjet. bzw. russ. Bauingenieur,
Jurist mit militär. Ausbildung, Geschäftsmann
u. Staatspolitiker. Studium des Bauingenieurwesens.
1997
zum Leiter der Abteilung für die Arbeit mit dem
Eigentum der RF im Ausland der Präsidialverwaltung RF ernannt
(das Putin einst geleitet hatte/, 1998 stv. Leiter der
Abteilung für Aussenwirtschaftsbeziehungen der
Präsidialverwaltung RF, 1999 stv. Generaldirektor der
Abteilung für Export-Import-Abwicklung u.
Spezialprogramme von "Promexport", im Nov. 2000 zum
stv. Generaldirektor von "Rosoboronexport" ernannt. 2002
absolvierte er die Russ. Akademie für Staatsdienst mit
einem Abschluss in Rechtswissenschaften u.
anschliessend die Höheren Kurse der Militärakademie
des Generalstabs der Streitkräfte RF. Im Dez. 2005
wurde Artjakov auf einer ao. Versammlung der Aktionäre
von "AvtoVAZ"
zum Vorsitzenden des Direktoriums gewählt. Bald wurde
Artjakovs Bruder Direktor von "AvtoVAZ" in Moskau. Im
Dez. 2006 wurde Artjakov auf einer regulären
Vorstandssitzung zum Präsidenten der "AvtoVAZ Group"
gewählt. Im April 2007 wurde er in Moskau zum
Präsidenten der neu gegründeten "Union der
Maschineningenieure Russlands" gewählt, während s.
Sergej Chemezov Vorsitzender des Büros wurde. 2006
wurde er Mitglied der kremlnahen Partei
"Einiges Russland". ARKHANGELSKIJ, Aleksandr Nikolaevich IIa IIb IIc III IV V VI VII VIII IX X (1962-, bekannter sowjet. bzw. russ. Philologe, weitgehend unabhängiger Literaturkritiker, Publizist, Schriftsteller, Philosoph, TV- u. Rundfunkmoderator, Dokumentarfilmer, Hochschulprofessor. Absolvent der Fakultät für Russ. Sprache u. Literatur an der Moskauer Pädagog. Staatsuniversität MPGU, Kandidat der Philolog. Wissenschaften mit einer Dissertation über "Lyrische Genres in der Poesie von A.S. Puschkin in den 1830er Jahren“. Weiterbildung an der Universität Bremen u. der Freien Universität Berlin in Deutschland. In den 1990er Jahren war er Autor u. TV-Moderator bei verschiedenen russ. Sendern u. lehrte an der Universität Genf, Schweiz. In den 2000er Jahren war er Beobachter, stv. Chefredaktor u. Kolumnist der Zeitung Izvestija sowie Kolumnist des Magazins Profile. Er veröffentlichte Zeitungsartikel unter den Pseudonymen "Arkhip Angelevich" u. "Angelina Arkhipova". Seine Artikel wurden ins Englische, Deutsche, Französ. u. Finnische übersetzt. Sein Buch über Alexander I. wurde in französ. u. chines. Übersetzung veröffentlicht. 2002-20 war er Autor u. Moderator des Programms "Тem vremenem" des TV-Kanals "Кultura / Rossija K". Bei der TV arbeitete er 18 Jahre. Zu verschiedenen Zeiten war er als Kritiker u. Publizist für diverse Zeitungen tätig, u.a. Literaturnaja gazeta u. Nezavisimaja gazeta. Bis Mai 2007 war er regelmässiger Gast eines Programms des Radiosenders "Ekho Moskvy". Mitglied oder ehem. Mitglied verschiedener Verbände, u.a. der Russ. Fernsehakademie seit 2007 u. des Präsidiums des Rats für Kultur u. Kunst beim Präsidenten RF. Vorsitzender der 2017 gegründeten russ. Vereinigung "Freies Wort". 2013 war er Gewinner der Auszeichnung "Buch des Jahres“; im selben Jahr erhielt er den "Orden der Freundschaft für grosse Verdienste um die Entwicklung des heimischen Fernsehens u. Rundfunks, der Kultur u. für langjährige fruchtbare Arbeit" sowie den Preis der Regierung der RF im Bereich Massenmedien, insbesondere für das Programm "Tem vremenem". Im März 2020 unterzeichnete Arkhangelskij einen Aufruf gegen die Annahme der von Präsident RF V. Putin vorgeschlagenen Änderungen der Verfassung RF u. im Sept. 2020 unterschrieb er einen Brief zur Unterstützung der Proteste in Belarus. Auf diese Weise wurde er für das Putin-Regime untragbar u. aus seinen Ämtern entlassen. Im April 2023 legte er sein Amt als ordentl. Professor an der Fakultät für Medienkommunikation der Wirtschaftshochschule Moskau, wo er seit 2006 gearbeitet hatte, nieder, trat vom Akadem. Rat zurück u. gab den Job des Co-Direktors des Bildungsprogramms "Transmedia Production in Digital Industries“ auf. Sein Lehrbuch wurde von der Bundesliste gestrichen u. dürfte aus den Regalen der Schulbibliotheken verschwinden. Auch im Fall des Dokumentarfilms "Hunger“ /II/ von Tatjana Sorokina von 2022, bei dem Arkhangelskij als Drehbuchautor mitwirkte u. der sich mit der Hungersnot in Sowjetrussland in den frühen 1920er Jahren beschäftigt, widerrief das Kulturministerium RF im Nov. die Vertriebs- bzw. Verleihbescheinigung. Das Ministerium berief sich bei seinem Beschluss auf Anträge namentlich nicht genannter Bürger u. stellte angebliche u. namentlich nicht genannte Verstösse gegen die geltende Gesetzgebung RF fest. In einem längeren Interview mit pravmir.ru vom Juni 2023 meditierte er über sein bisheriges Berufsleben, in einem anderen sprach er über das Jahr 2022. Mit Aleksandr Arkhangelskij wurde vom Putin-Regime somit ein weiterer führender literar. Intellektueller Russlands aus dem Hochschulbetrieb eliminiert u. verbannt. Im Mai 2024 wurde er unter den Mitarbeitern des Zentrums für Russ. Studien der Universität Tel Aviv erwähnt. Anfang Nov. 2024 wurde er vom Justizministerium RF in das berüchtigte Register der sog. "ausländ. Agenten“ /II/ eingetragen. Das Justizministerium gab an, dass Arkhangelskij sich gegen die "Militär. Spezialoperation" Russlands in der Ukraine ausgesprochen, falsche Informationen über das Vorgehen der russ. Behörden verbreitet u. mit ausländ. Agenten zusammengearbeitet habe.) ARKHANGELSKIJ, Vitalij Dmitrievich II III IV V (1975-, russ. Ökonom, Geschäftsmann in den Bereichen Versicherung u. Hafendienste. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der St. Petersburger Staatsuniversität u. der St. Petersburger Staatsuniversität für Wirtschaft u. Finanzen begann er in der Versicherungsbranche zu arbeiten u. gründete eine Holdinggesellschaft in Norwegen, die in den Bereichen Versicherung, Hafendienste u. Spedition tätig ist oder war u. deren Präsident u. Hauptaktionär er selbst war bzw. ist. Ausserdem erwarb er umfassende Immobilienvermögen in Russland, darunter den Hafen von Vyborg u. das Westterminal des SPBer Hafens, dessen Wiederaufbauplan von der "Europäischen Bank für Wiederaufbau u. Entwicklung" unterstützt wurde. Diese Kernvermögenswerte des Unternehmens bildeten den Gegenstand eines Rechtsstreits zwischen Vitalij Arkhangelskij u. der Bank "St. Petersburg", bei der das Unternehmen einen Kredit zur Finanzierung seiner Expansion aufgenommen hatte. Das Unternehmen selbst geriet bald in grosse finanzielle Schwierigkeiten. 2009 entschied das Schiedsgericht von SPB u. des Leningrader Gebiets, dass der Erwerb einer Beteiligung am Westterminal durch "Sevzapalliance", von der angenommen wird, dass sie mit der Bank "St. Petersburg" verbunden ist oder war, rechtswidrig war. 2010 war der Rechtsstreit noch im Gange, wobei eine Ermittlung hinsichtlich der Aktivitäten Arkhangelskijs eingeleitet wurde. Dieser wurde nach Angaben der russ. Behörden beschuldigt, 56,5 Mln. Rubel gewaschen zu haben, die er in betrügerischer Weise von der "Morskoj Akcionernyj Bank" erworben hatte. 2009 floh Arkhangelskij mit seiner Familie nach Frankreich, liess sich in Nizza nieder u. beantragte polit. Asyl, welches ihm 2010 gewährt wurde. In Nizza gründete er die Firma "COFRANCE SARL", die sich mit der Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Luftfahrtversicherung, Yachten u. Immobilien an der Côte d'Azur in Frankreich u. Monaco beschäftigte. Dem folgte bald ein Auslieferungsersuchen Russlands wegen Betrugs. Ein Richter in Nizza entliess Arkhangelskij gegen eine Kaution von 300 Tsd. Euro aus der Untersuchungshaft bis zu einer Gerichtsverhandlung. Der von Russland Beschuldigte behauptete, er sei ein Opfer eines Raiderangriffs u. der Verfolgung durch die Partner der ehem. Gouverneurin von SPB, s. Valentina Matvienko, der heutigen Vorsitzenden des Föderationsrats RF, geworden, wobei das Eigentum seiner Firma illegal beschlagnahmt worden sei. Er argumentierte, dass die Bank "St. Petersburg" seinem Unternehmen die Restrukturierung seiner Schulden mit der klaren Absicht verweigert habe, es in Konkurs zu bringen, um die Kontrolle über seine Vermögenswerte zu erlangen. 2011 reichte er beim Bezirksgericht Nikosia, Zypern, eine Klage gegen "3 zypriot. Schattenunternehmen" ein, die, wie er behauptete, ausschliesslich zum Zweck der Übernahme seines Vermögens im Interesse einer „Verschwörung" gegründet worden waren u. die „wahrscheinlich der ehem. Gouverneurin von SPB u. dem ehem. Chef der Stadtpolizei gehörten". Seit 2012 hatte Arkhangelskij eine Reihe weiterer Klagen vor Gerichten verschiedener Länder eingereicht u. die Prozesse gewonnen. Die Klagen u. der Fall Arkhangelskij selbst wurden in der russ. u. internationalen Presse stark beachtet. 2018 gewann er für seinen Roman "Bjuro proverki" den 2. Platz beim russ. Literaturpreis "Das grosse Buch". 2019 begann Arkhangelskij auf Malta für die Entwicklung einer Reihe von Projekten für russischsprachige Investoren in diesem Land zu arbeiten, wobei seine diesbezüglichen Aktivitäten von der maltes. Regierung aktiv unterstützt werden.)
ARSHBA, Otari Ionovich
III IV V VI VII VIII IX X XI XII
XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX
XXI (1955-,
sowjet. bzw. russ.-abchas. Ökonom-Jurist,
Geschäftsmann u.
Politiker abchas.-georg. Herkunft,
seit 1968 in Moskau lebend. Absolvent der F.
Dzerzhinskij-Hochschule des KGB beim Ministerrat
der UdSSR u. höherer jurist. u. wirtschaftl.
Zusatzausbildungen; später erhielt er ein
MBA-Diplom von der "International Moscow School of
Finance and Banking". Er verfügt auch über ein
Jurastudium mit Fremdsprachenkenntnissen. Kandidat
der Politikwissenschaften mit einer Dissertation
zum Thema "Ethnopolit. Konflikt: Wesen u.
Technologien der Verwaltung“, die er an der Russ.
Akademie für Staatsdienst beim Präsidenten RF
verteidigte. Bis 1994 diente er in den
Staatssicherheitsbehörden – in der
Abteilung für den Schutz der verfassungsmässigen
Ordnung. In den späten 1980er u. frühen 1990er
Jahren wurde Arshba nach Aserbaidschan, Armenien,
Georgien, Abchasien u. in die baltischen
Republiken entsandt, um seine offiziellen Aufgaben
zu erfüllen. Er absolvierte den Dienst als Leiter
der Analytischen Abteilung des FSB
RF u. hat den Rang eines Obersten. Nach
seinem Rücktritt lebte er für kurze Zeit in
London. Er gilt als polit. Experte für Sicherheit
u. Konfliktlösung sowie für die Integration von
abchas. Landsleuten in die RF. Als Vorkämpfer u.
Sponsor der Unabhängigkeit der Republik Abchasien
war er Berater des ersten abchas. Präsidenten V.
Ardzinba. Ab den 1990er-Jahren war Arshba in der
Wirtschaft tätig, u.a. in führender Stellung in
der "Evraz-Gruppe", u. wurde
USD-Multimillionär. Er war Vertrauter des
langjährigen Gouverneurs des Gebiets Kemerovo, s.
Aman Tuleev. Seit 2003 ist er erster u. einziger
abchas. Abgeordneter der 4.-8. Staatsduma
RF für
die Gebiete Kemerovo, Sverdlovsk u. Moskau,
Vorsitzender der Duma-Ausschüsse für die Kontrolle
der Einkommen der Abgeordneten, für Mandatsfragen
u. Ethik; in der Vergangenheit war er Mitglied des
Duma-Ausschusses für Zivil-, Straf-,
Schiedsgerichts- u. Verfahrensrecht sowie Mitglied
der Duma-Kommission für den Bau von Gebäuden zur
Unterbringung des Parlamentszentrums. Mitglied des
Obersten Rats der kremlnahen Partei
"Einiges Russland",
1. stv. Vorsitzender der Parteifraktion. In der
georg. Presse wurde er 2017 als "Putins rechte
Hand" bezeichnet. 2018 erregten Arshba u. die von
ihm geleitete Ethikkommission der Duma im
Zusammenhang mit dem ersten Sexskandal in der
Geschichte der Staatsduma die Aufmerksamkeit russ.
u. internationaler Medien. Auf Initiative
interessierter Personen prüfte die Kommission die
Eingabe dreier Journalisten wegen sexueller
Belästigung durch den Vorsitzenden des
Duma-Ausschusses für internationale
Angelegenheiten, s. Leonid Sluckij. Dass die
Ethikkommission bei Sluckij keine „Verhaltensverletzungen"
feststellen konnte, stiess in der Presse auf
Kritik u. erzeugte einen Boykott der Aktivitäten
der Staatsduma RF, der Ethikkommission u. des
Stvs. von Sluckij persönlich von Seiten von über
20 Print- u. Internetmedien, Radiosendern u.
TV-Kanälen. In seiner Freizeit betätigt/e sich der
Abgeordnete als Gastronom u. Hotelier, ist Gründer
u. Inhaber von Restaurants mit abchas. Küche in
Moskau. Seine Familie besitzt auch Hotels u.
Restaurants in Abchasien u. Adscharien. Unter dem
Duma-Vorsitzenden s. Boris Gryzlov spielte Arshba
Fussball in der Mannschaft der Staatsduma, spielte
Tennis bei internationalen Amateurwettbewerben; er
ist Mitglied des Kuratoriums des Russ.
Tennisverbands u. Sponsor der Werke des gew.
Schriftstellers Fazil
Iskander.
ASAD,
Bashar AL- II IIIa IIIb IV V VI VII
VIII
(1965-, ehem.
syrischer Politiker u. Präsident/Diktator
Syriens bis Dez. 2024, das traditionell ein
Verbündeter Russlands ist, wo es einen
Militärstützpunkt /Khmeimim bei Latakia/
unterhät. Nach einem Aufsehen erregenden
Auftritt in der UNO, wo er entsprechende
Absichten ankündigte, schickte der Präsident
RF V. Putin im Sept. 2015 im Zusammenhang mit
dem Kampf gegen den Terrorismus u. zur
Unterstützung Assads gegen die Rebellen
kampfbereite, von Militärflugzeugen begleitete
Truppen u. griff
somit unmittelbar in den Syrienkrieg ein,
um das Assad-Regime zu retten.
Putin erklärte, die Militäroperation sei
gründlich vorbereitet worden, u. definierte
Russlands Ziel in Syrien als
„Stabilisierung der
legitimen Macht in Syrien u. Schaffung von
Bedingungen für einen polit. Kompromiss".
Nicht nur Assad u. Russland, sondern selbst
höhere US-Beamte stuften die Operation bei
relativ geringen Kosten als erfolgreich ein –
obwohl bei den Luftangriffen auch nicht wenige
Zivilisten zu Schaden kamen u. wahrscheinlich
Kriegsverbrechen
begangen wurden. Im
Okt. 2015 flog Assad nach Moskau u. traf sich
mit Putin, wo er den syrischen
Bürgerkrieg zynisch verharmloste. Ob Putin,
der die Syrer als Freunde bezeichnet, Assad
zum Rücktritt überreden wollte, war eine
Behauptung der Financial
Times vom Jan. 2016, die von
Kremlsprecher s. Dmitrij Peskov in Abrede
gestellt wurde. Im Jan. 2016 erklärte Putin,
Russland unterstütze Assads Streitkräfte u.
sei aber auch bereit, Anti-Assad-Rebellen zu
unterstützen, solange diese gegen den
IS kämpften. Zur
Verteidigung Assads, der Putin wiederholt in
Moskau oder Sotschi besuchte, behauptete Putin
im Juni 2017, dass Assad keine Chemiewaffen
eingesetzt habe, obwohl die UN u.
internationale Chemiewaffeninspektoren das
Assad-Regime für den Einsatz von Chemiewaffen
verantwortlich machten. ASEEV,
Stanislav
Vladimirovich /
Volodomyrovych
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIVa
XIVb
XIVc
XV
XVI
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
XXIII
XXIV
XXV
XXVI
XXVII
XXVIII
XXIX
XXX
(1989-, ukrain. Philosoph
u.
Religionswissenschaftler,
Schriftsteller,
Journalist,
Menschenrechtsaktivist
aus Makijivka/Doneck,
Ukraine. Opfer der
Justiz der
"Volksrepublik Doneck"
DVR. Kriegsteilnehmer
auf ukrain. Seite.
Absolvent der Fakultät
für Philosophie u.
Religionswissenschaften
des Staatl. Instituts
für Informatik u.
Künstliche Intelligenz
in Doneck, Ukraine,
mit einem Bachelor der
Philosophie, u. der
Fakultät für
Informatik u.
Technologie der
Nationalen Technischen
Universität Doneck mit
einem Master der
Religionsstudien. Nach
seinem
Hochschulabschluss
ging er nach
Frankreich, um sich
der französ.
Fremdenlegion
anzuschliessen. Nach
seiner Rückkehr in die
Ukraine nahm er
verschiedene
Gelegenheitsjobs an,
so als Lader,
Bankpraktikant,
Totengräber sowie als
Telefonist bei einem
Postunternehmen u.
Verkaufsberater für
Haushaltsgeräte. "Fall
Ljagin":
Im Juni 2019 wurde Roman
Ljagin von
Agenten des "SBU" auf
von
der Ukraine
kontrolliertem
Gebiet festgenommen.
Sein
Fall wurde vom
Dnjepr-Bezirksgericht
in Kiev hinter
verschlossenen
Türen geprüft.
Er wurde der
Mitgliedschaft in
einer terrorist.
Organisation, der
Verletzung der
territorialen
Integrität der Ukraine
u. des Hochverrats
wegen seiner Rolle bei
der Organisation eines
Referendums über den
Status der "DVR"
angeklagt, dessen
Ergebnisse weder von
der Ukraine noch von
der EU oder den USA
anerkannt wurden.
Ljagin war auch an der
Beschlagnahmung des
Areals der
"Izoljacija"-Stiftung
durch die "DVR"
beteiligt, u. so wurde
ihm auch Beteiligung
an der
Errichtung des
"Isolations"-Gefängnisses
vorgeworfen,
in dem
Menschen in
Doneck illegal
inhaftiert u.
gefoltert
wurden.
Vertreter der Stiftung
u. ehem. Gefangene des
"Isolations"-Gefängnisses
bestanden darauf, dass
Ljagin persönlich für
die Beschlagnahmung
des Geländes u. seine
Umwandlung in ein
Geheimgefängnis
verantwortlich sei.
Dennoch
hat das Kiever
Shevchenko-Gericht
weder die Stiftung
noch die ehem.
"Isolations"-Gefangenen
als Geschädigte im
Fall Ljagin anerkannt.
Im
Juli 2023
befand sich
Ljagin noch
immer in einer
U-Haftanstalt.
Sein Name
figuriert auf
den
Sanktionslisten
der EU u.
einer Reihe
weiterer
Länder wie der
USA,
Grossbritanniens,
Kanadas,
Australiens,
Neuseelands,
Japans sowie
der Schweiz
u. der
Ukraine.
Ljagin wurde
2014 Minister
für Arbeit u.
Sozialpolitik
der "DVR" u.
war danach
Chef der
Zentralen
Wahlkommission
der "DVR". ASELDEROV bzw. ASILDAROV, Rustam Magomedovich II III IV V VI VII (1981-2016, bekannt gewesen auch als Emir Abu Mohammad Kadarskij, stammte aus Dagestan u. war der Anführer des "Islamischen Staats" IS im Nordkaukasus, der von Russland u. der USA als Islamist u. Terrorist eingestuft u. gesucht wurde. 2007 wurde Aselderov wegen illegalen Waffenbesitzes u. Unterstützung von militanten Kämpfern vor Gericht gestellt, aber von den Geschworenen freigesprochen. Danach ging er wieder in den "Wald" u. leitete die sog. Banditengruppe "Kadar". Diese Gruppe war im Feb. 2012 an der Ermordung von 5 Jägern beteiligt. Seit 2011 stand er auf der föderalen Fahndungsliste Russlands gemäss Art. 105 StGB RF wegen "Mordes" u. Art. 222 wegen "illegalen Handels mit Schusswaffen". Im März 2012 wurde er in der Region Karabudakhkent in Dagestan zusammen mit einer Gruppe militanter Kämpfer von den Russen blockiert, wobei die Militanten die Verfolger beschossen u. ihnen entkommen konnten. Im Aug. 2012 ernannte s. Doku Umarov, der Anführer des "Kaukasus-Emirats", Aselderov zum "Emir" der Dagestan. Front. Er wurde verdächtigt, Terroranschläge in Chirkej u. Volgograd organisiert zu haben. Im Dez. 2014 leistete Aselderov dem Anführer des "IS", Abu Bakr al-Baghdadi, einen Eid, woraufhin der "Emir" des "Kaukasus-Emirats" s. Aliaskhab Kebekov Aselderov in Abwesenheit von seinem Posten als "Emir" des "Vilayat Dagestan" entliess u. Said Arakanskij zum neuen "Emir" des Vilayats ernannte. Ende Juni 2015 wurde Aselderov auf Beschluss Abu Bakr al-Baghdadis zum 1. "Emir" des neu gegründeten "Kaukasus-Vilayats" ernannt. Im Sept. 2015 wurde Aselderov vom US-Aussenministerium auf die Liste der "Specially Designated Global Terrorists" gesetzt. Als solcher wurde er auch auf der entsprechenden Liste des Sicherheitsrats der UN geführt. Im Dez. 2016 gab das FSB bekannt, dass Aselderov bzw. Asildarov u. 4 enge Mitarbeiter bei einer Antiterroroperation Russlands in der Nähe von Makhachkala, Dagestan, getötet worden seien.) ASKEROVA, Elena Alekseevna II (1968-, sowjet. bzw. russ. Juristin, ehem. Staatsanwältin am Stadtgericht der Stadt Petrozavodsk, Karelien. Absolventin des Moskauer Rechtsinstituts mit Abschluss in Rechtswissenschaften. Bevor sie zur Staatsanwaltschaft kam, war sie in den Organen für innere Angelegenheiten tätig. In der Staatsanwaltschaft arbeitete sie als Ermittlerin u. Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Kareliens, von wo sie stammt. Ab 2012 leitete sie die Staatsanwaltschaft der Stadt Petrozavodsk, Hauptstadt Kareliens. Von Kritikern des Putin-Regimes wie dem "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste" führt, wird ihr "Umsetzung der polit. Repression unter Verwendung ihrer offiziellen Position" vorgeworfen. Im ersten Verfahren gegen den Gulag-Historiker u. karelischen "Memorial"-Vorsitzenden s. Jurij Dmitriev, in dem Askerova als Staatsanwältin fungierte, forderte sie im März 2018, ihn wegen Herstellung von Kinderpornographie zu 9 Jahren Haft mit verschärftem Strafvollzug zu verurteilen. Der Fall wurde von russ. u. internationalen unabhängigen Organisationen, Medien u. Persönlichkeiten des öffentl. Lebens als polit. motiviert eingestuft, wobei Dmitriev als polit. Gefangener anerkannt wurde. Im Dez. 2017 berichtete Wikinews mit Berufung auf Novaja gazeta, dass Askerova zum Schluss gekommen sei, dass bei Dmitriev „Abweichungen sexuellen Charakters“ vorlägen, u. beantragt habe, dass er sich einer stationären psychiatrischen Untersuchung unterziehe. Dieser hatte sich bereits im Ermittlungsverfahren einer ambulanten psychiatrischen Untersuchung unterzogen, wobei die Ärzte bei dem Historiker keine Auffälligkeiten festgestellt hätten. Die Staatsanwältin behauptete, dass eine zweite Expertise erforderlich sei, um feststellen zu können, ob Dmitriev eine Zwangsbehandlung benötige. Anlass für das Verfahren gegen Dmitriev waren Nacktfotos der Adoptivtochter, die er auf dem Computer gespeichert hatte, um angeblich die körperliche Entwicklung des Kindes zu verfolgen. In der ersten Untersuchung des "Zentrums für soziokulturelle Expertisen" wurden 9 von 120 Fotos als pornographisch eingestuft. Ende Jan. 2018 wurde Dmitriev aus der Haft entlassen, u. im April wurde er vom Stadtgericht Petrozavodsk von den Straftaten wegen der Herstellung von Kinderpornografie vollständig freigesprochen. Lediglich wegen illegalen Waffenbesitzes wurde er für schuldig befunden u. zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren u. 6 Monaten verurteilt. Staatsanwältin Askerova war mit dem Freispruch nicht einverstanden u. reichte beim Gericht Beschwerde ein. Dmitriev wurde wenige Wochen nach seinem Freispruch erneut festgenommen. Askerova, die 26 Jahre in der Aufsichtsbehörde der Republik Karelien gearbeitet hatte, trat im Okt. 2018 auf eigenen Wunsch als Staatsanwältin der Stadt Petrozavodsk zurück. Im Sept. 2020 teilte Askerova mit, dass sie beschlossen habe, auf ihre Tätigkeit als Anwältin zu verzichten, u. bei der Rechtsanwaltskammer Kareliens beantragt habe, ihren Anwaltsstatus zu beenden. Die Frage, warum sie sich entschieden habe, den Anwaltsberuf aufzugeben, beantwortete Askerova so, dass ihre „Rückkehr zur Rechtswissenschaft, in diesem Fall die Anwaltschaft, offensichtlich falsch gewesen war". Askerova wurde zur /stv./ Generaldirektorin des "Peter Inn Hotels" mit 200 Mitarbeitern ernannt, wo sie bis Feb. 2019 arbeitete.)
ASKER-ZADE, Nail/j/a Vagif Kyzy
II III IV V VI VII VIII
IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII XLIX L LI (1987-, russ. Ökonomin,
Journalistin u. Moderatorin aserbaidschan. Herkunft.
Absolventin der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften der Staatl. Universität
Volgograd, Zweitausbildung bei MGIMO im
Masterstudiengang Internationales Finanzwesen. Ihre
Masterarbeit schrieb sie über die Folgen von
Sanktionen für den russ. Finanzsektor. Nach ihrem
Umzug nach Moskau absolvierte sie bei "NTV" eine Ausbildung im Fach
Wirtschaftsnachrichten u. arbeitete dann als
internationale Redakteurin bei "RBK-TV", wo sie 2007-10 in der
Wirtschaftsabteilung von Kommersant
beschäftigt war. Später wechselte sie bis 2011 in
den Wirtschaftsblock der Zeitung Vedomosti. Bei "Rossija
24" begann Asker-zade als Interviewerin, dann
präsentierte sie Nachrichten, insbes. über
Wirtschaftsthemen. Anfang Okt. 2015 wurde die erste
Ausgabe des Programms "Dejstvujushchie lica"
gesendet, in dem die Kreml-Eliten-Moderatorin
bekannte Unternehmer, Politiker u. Beamte Russlands
interviewte. 2013-16
war sie Moderatorin des Wirtschaftsblocks der
Sendung "Vesti" auf dem Kanal "Rossija 1", ab Sept.
2016 auch in der Abendsendung. Unter den von der
attraktiven Glamour-Journalistin Asker-zade
interviewten Persönlichkeiten befanden sich das
Oberhaupt Tschetscheniens s. Ramzan Kadyrov, die
Milliardäre s. Alisher Usmanov, s. Oleg Deripaska u.
s. Vladimir Potanin, der Direktor des
Auslandsgeheimdienstes s. Sergej Naryshkin, der
Aussenminister RF s. Sergej Lavrov, der
Finanzminister s. Anton Siluanov, der
"Sberbank"-Chef s. German Gref, der Kremlsprecher s.
Dmitrij Peskov, der Trainer der russ.
Fussballnationalmannschaft Stanislav Cherchesov, der
ukrain. Politiker s. Viktor Medvedchuk, die
Präsidenten der Republik Belarus u. Aserbaidschans
s. Aleksandr Lukashenko u. s. Ilkham Aliev u.a.m.
Nach einem Interview mit Lukashenko erhielt
Asker-zade Drohungen im Internet. Im April 2019
machte Vedomosti auf die massive Sperrung
von Veröffentlichungen im Internet durch Roskomnadzor aufmerksam, von
der offenbar neben denen des "VTB"-Bankpräsidenten s. Andrej
Kostin auch diejenigen von Nail/j/a Asker-zade
betroffen waren, wobei die Umstände der Sperrung
unklar blieben. Ab April 2020 drehte Asker-zade die
Dokumentarserie "Gefährliches Virus" /II III IV V/, die der Entwicklung eines
Impfstoffs im Novosibirsker Labor "Vector" u. dem
Kampf gegen COVID-19 in Russland gewidmet war u.
eine von China gestiftete Auszeichnung
erhielt. Im Rahmen der Serie wurden mehrere Filme
mit exklusiven Interviews, Behandlungsprotokollen u.
Aufnahmen aus den "roten Zonen“ russ. Krankenhäuser
gedreht. Eine der Ausgaben der Serie kündigte die
Schaffung eines Impfstoffs im "Gamaleja-Institut für
Epidemiologie u. Mikrobiologie" in Moskau an, der
später als "Sputnik V" bekannt wurde. Ende
Juni 2021 war sie Gastgeberin der Sendung "Direkte Linie mit Vladimir Putin".
Im Sept. 2020 veröffentlichte das Magazin The Insider unter
Berufung auf eine Quelle mit Zugang zu den
Datenbanken des Föderalen Steuerdienstes Daten,
denen zufolge das Jahreseinkommen der TV-Moderatorin
für 2019 sich auf 6,5 Mln. Rubel belief. ASLANJAN, Sergej
Gareginovich II (1973-, russ.
Mathematiker-Kybernetiker,
Informatiker, Psychologe
u. Geschäftsmann armen. Herkunft.
Absolvent der Fakultät für Computermathematik u.
Kybernetik der MSU, Diplom in Angewandter Mathematik
mit Spezialisierung auf mathemat. Modellierung. Er
begann seine Karriere bei der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Coopers &
Lybrand", die mit "Price Waterhouse" fusionierte u.
zu "PriceWaterHouseCoopers" wurde. 2001 wechselte er
zum "TNK-BP-Management" auf die
Stelle des stv. Leiters des
Informationstechnologieblocks. Ende 2003 wurde er
Vice President for Information Technology, 2006 Vice
President for Engineering and Information Technology
bei "Mobile TeleSystems".
Er leitete den Übergang des
Telekommunikationsbetreibers zu einem neuen
Abrechnungssystem mittels "Oracle"T-Technologie. 2007
wurde Aslanjan Präsident des Konzerns "Sitronics" sowie von "Mobile
TeleSystems". 2011 verteidigte er seine Doktorarbeit
in Psychologie über "Bildung des Führungsteams eines
diversifizierten Unternehmens“.
2013 verliess er das Unternehmen "Sitronics" u.
übernahm die 2004 gegründete Firma "MaksimaTelekom" als
Vorstandsvorsitzender. 2013 nahm das
Unternehmen an der Versteigerung der Moskauer U-Bahn
für das Recht zur Schaffung u. zum Betrieb eines
Wi-Fi-Netzes in den U-Bahnen teil u. unterzeichnete
als einziger Bieter einen Vertrag. Die Investitionen
in das Projekt beliefen sich auf über 2 Mrd. Rubel.
Seit Dez. 2014 war in allen U-Bahnlinien Moskaus
kostenloses WLAN verfügbar. "MaksimaTelekom"
verhandelte auch mit der Führung von St. Petersburg
über die Entwicklung von Wi-Fi-Netzen in Zügen u.
Bahnhöfen der SPBer Metro. Trotz des gegenseitigen
Interesses an einer Zusammenarbeit erzielten die
Parteien hinsichtlich der Anmietung der
U-Bahn-Infrastruktur keinen Kompromiss. Der
Betreiber bestand auf einer nominalen Gebühr,
während die Metro etwa 170 Mln. Rubel pro Jahr
forderte. Infolgedessen weigerte sich
"MaksimaTelekom", an dem Ausschreibungswettbewerb
teilzunehmen, der im Nov. 2015 von der SPBer U-Bahn
veranstaltet wurde. Der Wettbewerb wurde wegen
fehlender Anträge für ungültig erklärt.
Anschliessend teilte das Unternehmen mit, dass es
bereit sei, die Teilnahme an der neuen Ausschreibung
in Betracht zu ziehen, wenn sich die Bedingungen
ändern. 2020 initiierte Aslanjan die Platzierung von
zwei "MaksimaTelekom"-Anleiheemissionen an der
Moskauer Börse. 2021 unterzeichnete das Unternehmen
eine Vereinbarung mit der Verwaltung von Nizhnij
Novgorod über die Umsetzung von Projekten zur
Verwaltung der Wirtschaft
u. schloss mit anderen Unternehmen
Zusammenarbeitsverträge
in den Bereichen der IT- u.
Telekommunikationsinfrastruktur. 2023 wurde
"MaksimaTelekom" an "Makomnet AG"
verkauft, während
Aslanjan
die
Unternehmensgruppe "Маksima“ gründete.
ASLAKHANOV, Aslambek Akhmedovich II III IV V VI (1942-2024, gew. sowjet. bzw. russ. Jurist u. Politiker tschetschen. Herkunft, General des Inneministeriums. Sowjet. Meistersportler für Ringen u. Judo, Boxmeister des Landes Krasnodar, verdienter Sambosportmeister Russlands. Studium an der Jurist. Fakultät des Staatl. Pädagog. Instituts in Kharkov, Ukrain. SSR. Nach seinem Abschluss trat er in den Dienst der Organe des Innenministeriums der Ukrain. SSR ein. Absolvent der Akademie des Innenministeriums der UdSSR. Dann arbeitete er in verschiedenen Stellungen im Innenministerium der UdSSR, wo er vom Oberstleutnant zum General aufstieg. Im Auftrag des Innenministeriums der UdSSR sammelte er Material über den Aserbaidschaner Hejdar Aliev, KPdSU-Politbüromitglied u. 1. stv. Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR, um ihn strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. 1988 kam er als Teil einer Ermittlungsgruppe nach Baku, um Aliev zu verhaften. Während der Beschlagnahmung eines Flugzeugs mit Geiseln an Bord durch Terroristen auf dem Flughafen Bina in der Aserbaidschan. SSR 1989 meldete sich Aslakhanov freiwillig zu Verhandlungen. Er stieg in das Flugzeug u. ermöglichte die Freilassung der Geiseln. Für diese heldenhafte Operation wurde ihm der "Orden des Roten Sterns" verliehen. Später musste er die Stadt aufgrund der gefährlichen Lage in der Region u. der Proteste der "Volksfront" verlassen. Anfang der 1990er Jahre zog er sich aus dem Innenministerium zurück. 1991 unterstützte er den Tschetschenienführer Dzhokhar Dudaev. 1992 leitete er die provisor. Verwaltung Inguschetiens. Während der Tschetschenienkriege verurteilte er die Anwendung von Gewalt scharf u. bot sich als Vermittler für Verhandlungen an. Ab 1992 war er Präsident der allruss. öffentl. "Vereinigung der Strafverfolgungsbeamten u. Sonderdienste RF“. 2000-3 war er Abgeordneter Tschetscheniens in der Staatsduma RF als Mitglied der Fraktion "Vaterland - Ganz Russland". Ende Aug. 2003 wurde er als Kandidat für das Amt des Präsidenten der Tschetschen. Republik registriert. Im Sept. brach er jedoch den Wahlkampf ab u. wurde Assistent des Präsidenten RF V. Putin, während der Kreml den Weg für seinen Kandidaten s. Akhmat Kadyrov freimachte. Ab Aug. 2003 war Aslakhanov Berater des Präsidenten RF, zuständig für Fragen der Region Nordkaukasus. Im Aug. 2003 nahm er an informellen Verhandlungen mit s. Akhmed Zakaev im Fürstentum Liechtenstein teil, die zu einem Friedensplan führten. Während der Geiselnahme in Beslan 2004 erhielt er von V. Putin die Vollmacht, mit den Terroristen zu verhandeln, traf jedoch erst nach der Erstürmung der Schule in Nordossetien ein. 2008-12 vertrat er die Regierung des Omsker Gebiets im Föderationsrat RF. Seit 2011 war er Präsident des internationalen Verbands "Anti-Counterfeiting". Autor zahlreicher wissenschaftl. u. journalist. Arbeiten, Verfasser von Büchern mit illustren Titeln wie "Demokratie ist nicht kriminell“, "Mafia: die fünfte Macht“, "Mafia in Russland ohne Sensationen“, "Ich beschütze immer die Menschen“. Doktor der Rechtswissenschaften, Professor an der Akademie des Innenministeriums RF. Träger des "Akhmat-Kadyrov-Ordens", Ehrenbürger der Tschetschens. Republik. Der im Aug. 2024 in Moskau Verstorbene wird hier vorgestellt, da er vielleicht eine Alternative zu Kadyrov als Oberhaupt Tschetscheniens hätte bilden können.) ÅSLUND, Anders
II III IV V (1952-, schwed. Ökonom,
Diplomat u. Experte für internat., osteurop.,
postsowjet. u. russ. Wirtschaftsentwicklung.
Absolvent der Universität Stockholm, Schweden,
Bachelor of Arts. Master-Abschluss in
Wirtschaftswissenschaften an der Stockholm School of
Economics. Promotion 1982
an
der Universität Oxford.
Er war als Diplomat in Kuwait,
Genf, Polen u. Moskau tätig, in letzterem arbeitete
er 1984-87 in der schwedischen Botschaft. 1989-94
Gründungsdirektor u.
Professor des "Stockholm Institute of Transition
Economics" SITE im Rahmen der Stockholm School
of Economics. 1994-2005 Tätigkeit am
Carnegie Endowment for
International Peace
in
Washington, D.C. –
bis 2003 leitender Forscher u. dann Direktor des
russ. u. eurasischen Programms.
2006-15 leitender wissenschaftl. Mitarbeiter am
privaten "Peterson Institute for
International Economics". Lehrbeauftragter
an der Georgetown
University.
Wissenschaftl.
Mitarbeiter beim
US-amerikan. "Atlantischen
Rat", Vorsitzender des
Internationalen Beirats des "Zentrums für Sozial- u.
Wirtschaftsforschung" CASE in Warschau, Polen.
Forscher beim Thinktank "Stockholm Free World
Forum".
Buchautor.
ASTAPOV, Mikhail
Borisovich II III IV V VI VII VIII IX X XI (1959-, sowjet. bzw.
russ. Geograph, Akademiker im Schul- u.
Bildungsbereich, ehem. polit. Beamter.
Absolvent der Fakultät für Geographie der
Staatsuniversität des Kuban.
Bis 2008 war seine
berufliche Tätigkeit mit Bildungsbehörden
verbunden: Er wechselte vom Schulinspektor
auf kommunaler Ebene zum Leiter des
Ministeriums für Bildung u. Wissenschaft des
Landes Krasnodar. Seit 2008 ist er Rektor
siner Alma Mater, der Staatsuniversität des
Kuban in Krasnodar. Mitglied des Präsidiums
der Russ. Akademie für Bildung. Autor von
über 40 wissenschaftl. Arbeiten zur
Pädagogik u. zum Bildungsmanagement.
Im März 2022 unterzeichnete er /vermutlich/
mit zahlreichen
KollegInnen einen Brief der
Hochschulrektoren Russlands zur
Unterstützung für den von Putin im Feb. 2022
entfesselten russ.
Angriffskrieg
gegen die
Ukraine,
die von
Kritikern des
Putin-Regimes wie
dem
"Forum Freies Russland", das die
sog. "Putin-Liste" der "1500
Kriegstreiber" führt, kritisiert
wurde
mit der Empfehlung, internationale
Sanktionen zu verhängen.) ASTAKHOV, Pavel Alekseevich
II III IV V VI VII VIII IX (1966-, sowjet. bzw.
russ. Jurist, prominenter u. umstrittener
Rechtsanwalt, TV-Persönlichkeit, Politiker,
Buchautor. Sein Urgrossvater väterlicherseits
war ein Kosaken-Ataman. Sein Grossvater
mütterlicherseits war in der Stalinzeit
Beamter der OGPU/GPU des NKVD der Russ. SFSR.
In der Sowjetzeit diente Pavel Astakhov in den
Grenztruppen des KGB der UdSSR an der Grenze
zu Finnland. Danach trat er in die
Rechtsfakultät der
"Dzerzhinskij"-Hochschule des KGB der
UdSSR ein u. schloss 1991 sein Studium ab.
2002 absolvierte er ein 2-semestriges
Masterstudium an der School of Law der
University of Pittsburgh, USA. Doktor der
Rechtswissenschaften in Russland. Eine
Überprüfung seiner Dissertation auf Plagiate
durch Dissernet u. die Russ.
Staatsbibliothek ergab, dass nur 0,68% des
Textes Originalarbeit war u. der Rest aus
anderen Quellen kopiert wurde. ASTRAKHANKINA, Tatjana
Aleksandrovna (1960-,
sowjet.
bzw. russ. Agronomin,
Journalistin u. kommunist. Oppositionspolitikerin.
Absolventin des Rzhever Landwirtschaftl.
Technikums mit einem Abschluss in Agronomie,
Fernstudium an der Journalist. Fakultät der
MSU. Ehem. Abgeordnete der Staatsduma RF,
ehem. Sekretärin des ZK KPRF für soziale Fragen,
Mitglied des Zentralen Polit. Rats der Partei
"Patrioten Russlands".
2004 war sie eine der Organisatoren des
alternativen Plenums des ZK KPRF unter der
Leitung s. Gennadij Semigins. Das alternative
Plenum entfernte den KPRF-Chef s. Gennadij
Zjuganov u. seine Stellvertreter von ihren
Posten. Aber die Zentrale Wahlkommission RF
unterstützte das offizielle Plenum von
Zjuganov, wonach Astrakhankina u.a. Teilnehmer
des alternativen Plenums aus der KPRF
ausgeschlossen wurden. 2004 trat sie der
Führung der "Allruss. Kommunist. Partei
der Zukunft" bei. 2006 kandidierte sie
als Abgeordnete der gesetzgebenden Versammlung
der Republik Karelien für die Partei
"Patrioten Russlands", aber ihre Partei verlor
die Wahlen. Ende der 2000er Jahre arbeitete
sie im Büro der Gesellschaftl. Kammer RF.
2010-11 war sie als Beraterin des
Bürgermeisters der Stadt Rzhev im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit u. Medien tätig.)
Neuster Stand: 07.23 / 12.24 s(40) |